Die Geschichte der Hamburger Leichtathletik ist in den Nachkriegsjahren mit keinem Namen enger verbunden als mit dem von Wolfgang Kucklick. Jetzt ist der Vater des Hamburg-Marathons im Alter von 89 Jahren verstorben.
Beruf und Berufung erlebte er bei der Polizei. Er brachte es bis zum Dienststellenleiter auf St. Pauli.
Die Leichtathletik begleitete ihn ein Leben lang. In seiner aktiven Zeit war er mehr der Universal-Leichtathlet. Folgerichtig startete er im Mehrkampf. Er sprintete, sprang und warf ganz erfolgreich. Stolz war er immer auf den Gewinn der Hamburger Meisterschaft 1958 im Weitsprung.
Von 1962 bis 2009 war er Abteilungsleiter Leichtathletik beim Walddörfer Sportverein, der sich auf seine Initiative hin am 1. Januar 1970 mit den Leichtathletik-Abteilungen des Farmsener TV, Hoisbütteler SV und TSV Sasel zur LAV Hamburg-Nord zusammenschloss. Die Damen-Mannschaft führte er damals in die Leichtathletik Bundesliga. Präsident des Hamburger Leichtathletik-Verbandes wurde Kucklick 1977 und stand bis 1992 an der Verbandsspitze.
Untrennbar mit dem Namen Wolfgang Kucklick ist der Hamburg-Marathon verbunden. Gemeinsam mit dem damaligen Innensenator Dr. Rolf Lange gründete er Hamburgs größte Sportveranstaltung. Am 25. Mai 1986 standen dann um 9 Uhr 7.486 Läufer am Start des Hanse-Marathons, wie man den Lauf sinnvoll nannte bevor man den Namen für eine Lizenz vergab. Über eine halbe Million Hamburger zog es an die Strecke. Sie machten den Sport zu einem Spektakel. Bei 9 bis 16 Grad herrschte ideales Laufwetter, obwohl der Sieger, Karel Lismont aus Belgien, über den Wind klagte.
1981 hatte Wolfgang Kucklick als 1. Vorsitzender des HLV (Hamburger Leichtathletik-Verband) das internationale Leichtathletik Meeting im Volksparkstadion organisiert. Höhepunkt damals: der Zweikampf der Weltklasse-Läufer Mike Boit (Kenia) und Sydney Maree über 1.500 m, das der Südafrikaner Maree gewann, aber den Weltrekord um wenige Zehntelsekunden verpasste. 1989 folgten an derselben Stelle unter seiner Regie auch noch die Deutschen Meisterschaften der Männer und Frauen.
Auch den Silvesterlauf „Rund um die Teichwiesen“ in Hamburg-Volksdorf rief er ins Leben. In diesem Jahr wird er zum 38. Mal ausgetragen.
In den Jahren 1981 und 2003 veröffentlichte Wolfgang Kucklick Bücher über die Hamburger Leichtathletik. Die Ewige Hamburger Bestenliste des Verbandes pflegte er fast bis zum Tod. Fast ironisch ist die Tatsache, dass er im Jahr 2019 beim Tragen von Leichtathletik-Akten auf der Treppe stürzte und sich dabei den Oberschenkelhals brach.
Kucklick gehörte zu den Mitbegründern des GRR German Road Races (1995). Auch hier engagierte er sich an vorderster Front, stand dem Verband für einige Jahre vor und schuf die Grundlagen für die weitere Entwicklung dieser für den Laufsport so wichtigen Gemeinschaft.
Wolfgang Kucklick wurden viele Auszeichnungen im Leben zuteil. So war er Ehrenringträger des HLV. 1992 zeichnete ihn der DLV (Deutscher Leichtathletik-Verband) mit dem Carl-Diem-Schild (heute DLV-Ehrenschild) aus.
Wolfgang Kucklick starb nach langer, schwerer Krankheit am 8. November 2023 in einem Hamburger Krankenhaus. Für die Hamburger Leichtathletik bleibt er unsterblich.
(Boris Bansemer)
Horst Martens, seit 1964 Abteilungsleiter des SC Urania Hamburg, erfolgreicher Landes- sowie Verbandstrainer und Träger der HLV- und DLV-Ehrennadel in Gold, feiert heute seinen 90. Geburtstag.
Im aktuellen
Seit Sommer dieses Jahres sind Ben Aichele und Caroline Bewig im HLV-Jugendausschuss als Referenten für Kinderleichtathletik tätig und derzeit am Planen eines Hamburger KiLa-Cups. Dieser nimmt nun langsam Form an und die beiden möchten sich im nächsten Schritt mit interessierten Vereinsvertreter:innen und Jugend-Trainer:innen der Vereine zusammensetzen, um das Konzept für das kommende Jahr vorzustellen und darüber in den Austausch zu kommen.
Am Sonnabend, den 21. Oktober 2023, findet in der Handelskammer in Hamburg ab 10:30 Uhr das zweite Dialogforum im Rahmen der Initiative „DEINE IDEEN. DEINE SPIELE.“ statt, zu dem der DOSB gerne einladen möchte. Bei dieser eintägigen Veranstaltung will der DOSB Bürger:innen die Möglichkeit bieten, sich mit ihren Ideen frühzeitig in die Planungen einer möglichen Olympiabewerbung einzubringen sowie Vorbehalte und Kritik zu äußern.
Mittlerweile ist es eine schöne Tradition: der Sporttag Inklusiv auf der Jahnkampfbahn im Hamburger Stadtpark, organisiert vom Hamburger Leichtathletik-Verband (HLV) in Kooperation mit dem Hamburger Sportbund (HSB) sowie dem Behinderten- und Rehabilitations-Sportverband Hamburg (BRSH).